Aus der Praxis

Das Projekt startete 2008 an fünf Volkshochschulen in Nordrhein-Westfalen. Pilotstandorte waren die VHS Nordkreis Aachen, die Bergische VHS, die VHS Essen, die VHS Herten und die VHS Münster. Es gab zugleich eine Begleitung von fachwissenschaftlicher Seite, die sich mit den Chancen, Schwierigkeiten und Wirkungen befasste. Die neue Idee stieß demnach auf eine hohe Resonanz: Anhand offener Ausschreibungen und in Zusammenarbeit mit Schulen wurden erfolgreich Teilnehmerinnen und Teilnehmer geworben, von denen 40 % einen Migrationshintergrund hatten. Die fachwissenschaftliche Auswertung bescheinigte dem Gesamtprojekt einen durchschlagenden Erfolg.

Heute können die Volkshochschulen festhalten, dass sich die positiven Erfahrungen aus der Startphase voll und ganz bestätigt haben. Mittlerweile wird das Projekt „Demokratieführerschein“ an zahlreichen VHS-Standorten umgesetzt. Es liegen vielfältige Erfahrungen mit unterschiedlichen Möglichkeiten zum Mit- und Einmischen junger Menschen vor. Da werden der Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit samt kommunalpolitischer Reaktion thematisiert (VHS Soest), die Wahlen zum Kinder und Jugendparlament vorbereitet (VHS Castrop-Rauxel), die Neugestaltung von Jugendtreffpunkten in Angriff genommen (VHS Köln), die Einrichtung eines kommunalen Jugendausschusses (VHS Höxter-Marienmünster) oder eines Jugendbüros (VHS Bad Driburg, Brakel, Nieheim und Steinheim) betrieben. An der VHS Gütersloh und der VHS Donauwörth wurde das Projekt 2014 erstmals mit zwei Gruppen junger Menschen mit und ohne Behinderungen durchgeführt.

VHS Lingen: Mit Geduld zum Erfolg

VHS Lingen: Mit Geduld zum Erfolg

2011 und 2014 wurde der Demokratieführerschein an der VHS in Lingen durchgeführt. Im Sommer  2015 ernten die Jugendlichen nun die Früchte der Arbeit, die sie in ihr außerschulisches Engagement gesteckt haben: Der renovierte Bolzplatz wurde eingeweiht!
Als sich die Gruppe entschloss, die Renovierung eines Spielplatzes zu ihrem Anliegen zu machen, glaubte noch keiner, dass sie damit Erfolg haben könnten. Wie dann doch alles anders kam, können Sie in diesem Bericht nachlesen. Weitere Infos finden Sie auch in der Neuen Osnabrücker Zeitung, die das Projekt verfolgt hat.

VHS Donauwörth: Demokratieführerschein inklusiv

VHS Donauwörth: Demokratieführerschein inklusiv

Stationen zum Führerschein: Übersicht über die Module

Im Donauwörther "Demokratieführerschein inklusiv" haben neun Jugendliche zwischen 14 und 25 Jahren mit und ohne Beeinträchtigung gemeinsam an dem Projekt „Notinsel“ gearbeitet. Ziel des Projekts ist es, Notinseln für Kinder und Jugendliche in der Stadt zu etablieren. An diesen Zufluchtsorten, wie z.B. Geschäften oder öffentlichen Stellen, erhalten Kinder und Jugendliche Hilfe in Notsituationen, wenn sie beispielsweise sich verletzt oder den Bus verpasst haben und nicht mehr weiter wissen. Die Notinseln werden mit Handlungsanleitung und Notfallnummern ausgestattet, um den Kindern und Jugendlichen adäquat helfen zu können. Weil die Zeit zu knapp war, um das Vorhaben in der Projektzeit vollständig umzusetzen, wird es durch die Projektpartner Kreisjugendring Donau-Ries, die Stiftung Hänsel + Gretel sowie die Teilnehmenden des Demokratieführerschein inklusiv weitergeführt. Es ist zwar eine Herausforderung, kommunalpolitische Inhalte in Leichter Sprache zu vermitteln und Diskussionen zu führen, jedoch bewertete die Volkshochschule die Veranstaltung als vollen Erfolg: Durch die gemeinsame Arbeit an dem Projekt hat sich ein Verständnis der Teilnehmenden füreinander entwickelt und sie haben ihr Interesse für ein Engagement für eine inklusive Gesellschaft entdeckt. Und nicht zuletzt hat es den Teilnehmenden großen Spaß gemacht!

Deutscher Volkshochschul-Verband e.V.